Routing:: /31 die neue Art der Transfernetze

Ein aktuelle Diskussion mit einem Provider hat mich zu diesem Beitrag gebracht.

Die Routing-Experten unter euch kennen das Thema nur allzu gut. Mal eben zwei Standorte verbinden, und mal eben ein /30 Netzwerk raussuchen. Kein Problem!? Blöd nur das jedes mal vier Adressen flöten gehen.

Theorie
Address:   192.168.0.1 11000000.10101000.00000000.000000 01
Netmask: 255.255.255.252 = 30 11111111.11111111.11111111.111111 00
Wildcard: 0.0.0.3 00000000.00000000.00000000.000000 11
=>
Network: 192.168.0.0/30 11000000.10101000.00000000.000000 00 (Class C)
Broadcast: 192.168.0.3 11000000.10101000.00000000.000000 11
HostMin: 192.168.0.1 11000000.10101000.00000000.000000 01
HostMax: 192.168.0.2 11000000.10101000.00000000.000000 10
Hosts/Net: 2 (Private Internet)

Für eine kleine IT-Topologie kein größeres Problem, schließlich können wir in einen /24 Subnetz in 64 x /30 Subnetze unterteilen.

Aber stellen wir uns mal die Frage, wie es bei einen /31 Subnetz aussähe?

Ein /31 Subnetmask führte bei mir persönlich dazu, dass ich mich frage, ob überhaupt eine 31-Bit-Subnetzmasken angemessen beziehungsweise unterstützt wird.

Theorie
Address:   192.168.0.1 11000000.10101000.00000000.0000000 1
Netmask: 255.255.255.254 = 31 11111111.11111111.11111111.1111111 0
Wildcard: 0.0.0.1 00000000.00000000.00000000.0000000 1
=>
Network: 192.168.0.0/31 11000000.10101000.00000000.0000000 0 (Class C)
Broadcast: 192.168.0.1 11000000.10101000.00000000.0000000 1
HostMin: 192.168.0.1 11000000.10101000.00000000.0000000 1
HostMax: 192.168.0.0 11000000.10101000.00000000.0000000 0
Hosts/Net: 0 (Private Internet)

Heißt in der Theorie hätte unser Netzwerk nur zwei IPs eine Network ID (192.168.0.0) und den Broadcast (192.168.0.1).

So stellte sich mir die Frage wozu brauch ich in einen Netzwerk mit nur zwei Theoretischen Adressen eigentlich Broadcast?

Nach einer Stunde Recherche im Internet stellte sich heraus, dass dies schon eine Weile (12/2000) unterstützt wird. Mein CCNP basiert auf eine Lüge =)

Einunddreißig-Bit-Subnetze wurden erstmals in RFC 3021 vorgeschlagen, was in erster Linie durch das Potenzial zur Erhaltung des öffentlichen Adressraums motiviert war.

Man denke mal einfach daran, dass das Verkleinern eines /30-Subnetzes auf ein /31 die Anzahl der Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, ich aus einem begrenzten Bereich ansprechen kann, sich schlagartig verdoppelt.

Cisco IOS unterstützt seit Release 12.2(2)T /31 Subnetze für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.

Wir können nun die Theorie in die Praxis umsetzen, indem wir eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen zwei Routern als 192.168.0/31 ansprechen.

Allerdings unterstützt dies nicht jeder Hersteller.  In der Praxis stellte sich heraus, dass zum Beispiel Lancom Geräte eine /31 Subnetz nicht mal akzeptieren. Schade…

R1(config)# interface vlan 666
R1(config-if)# ip address 192.168.0.0 255.255.255.254
% Warning: use /31 mask on non point-to-point interface cautiously 

R2(config)# interface vlan 666
R2(config-if)# ip address 192.168.0.1 255.255.255.254
% Warning: use /31 mask on non point-to-point interface cautiously

Allein diese Warnmeldung, aber es funktioniert einwandfrei. Wir können die Schnittstelle der Gegenseite (192.168.0.1) erfolgreich pingen, und das Subnetz wird in der Routingtabelle genau wiedergegeben:

Verrückt! Zeit über alte Konzepte bei einem alkoholfreien Weizen nachzudenken.

 

 

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